Waldumbau und Abholzungen

Foto: NuKLA

Liebe Bürgerinnen und Bürger,in Sachen Waldumbau und Abholzungen im Auwald gibt es seit Kurzem eine juristische Prüfung, ob die wieder massiven Einschläge im unter Naturschutz stehenden Wald der Stadt Leipzig rechtlich zulässig sind. Es spricht sich inzwischen herum, dass die GRÜNE LIGA Sachsen, vor Ort durch den Verein NuKLA e.V. vertreten, Juristen prüfen lässt, ob es für das rabiate Vorgehen des Leipziger Forstamtes überhaupt eine rechtliche Grundlage gibt. Von Woche zu Woche dürfen wir nun zuschauen: es werden schon wieder zahlreiche alte Eichen geschlagen! „Mit jeder gefällten alten Eiche wird der Naturschutzwert des Stadtwaldes größer!“ – sagt der Wirtschaftsforst Leipzig. Glauben die Zuständigen an diese Aussagen selbst? Jedenfalls verbreitet der Stadtforst diese Kunde und reagiert äußert gereizt auf anders argumentierende Fachleute und Naturschützer. Man nähme einer großen Eiche durch den Einschlag den nahestehenden Konkurrenten weg, um diese zu schützen. Aber wer es sich ansieht, erkennt: hier geht es um den finanziell wertvollen Schaft des geschlagenen Baumes – diese Auslese ist rein durch Wirtschaftsinteressen begründet, nicht auf Naturschutzwert ausgerichtet!

Für wie dumm und blöde lassen sich die Bürger weiterhin verkaufen?

Es geht aber noch weiter: Es heißt, diese Maßnahmen würfen gar keinen Gewinn ab? Spätestens jetzt schlägt‘s 13: Wenn das tatsächlich so ist, und der Erlös des Verkaufs der wertvollen Stämme gegen die Kosten der Abholzung (das schwere Gerät und das Fällpersonal) nicht mal einen relevanten Gewinn erbringt, sollen sie die Hiebsmaßnahmen bitte sofort einstellen! Naturzerstörung sollte wenigstens mit anständigen Einnahmen gerechtfertigt werden! Fällungen sind nur in den seltenen Fällen nötig, wenn nah an großen Wegen stehende Bäume tatsächlich umzustürzen drohen. Aber selbst für diesen Fall haben Gerichte ganz klar entschieden: ein Wald ist ein Wald und als solcher ein Naturraum, da gibt es keine absolute Sicherheit für die Besucher, jeder ist in der eigenen Verantwortung.

Dieser großen Stadt, die ja hinreichend und zukünftig eher mehr Probleme mit der Reinheit der Atemluft für ihre BürgerInnen hat, steht ein Naturschutzwald zu Gesicht, kein Wirtschaftsforst! Oder will Leipzig eine Stadt der Kleingeister sein, die nur, um (scheinbar) Recht zu behalten, einfach weiter machen lässt wie bisher – nur weil es schon immer so war? Leipzigs grüne Lunge muss wachsen, nicht jedes Jahr festmeterweise um alte wertvolle Bäume ärmer gemacht werden! Das bedeutet, im Auwald alte Waldstrukturen zu fördern, und es bedeutet in der Stadt, jede sich bietende Möglichkeit zu nutzen, den Baumbestand zu fördern, vorhandene Gehölz- und Waldinseln zu schützen und nach Kräften zu erweitern!

Alte Eschen und Eichen und sonstige Altbäume bleiben in einem auf Naturschutz ausgerichteten Forstamt stehen – ganz einfach. Ihr Wert als Lebensraum für bedrohte Arten nimmt mit jedem Jahr ungestörten Wachstums zu. Und ihr Wert für die Reinhaltung der Luft nimmt ebenfalls und exponentiell zu! Im Nationalpark Berchtesgaden oder im Bayrischen Wald können wir uns da ansehen. Nur wenn wir die Natur gewähren lassen, kann sie sich ihrer Art gemäß entwickeln.

Wenn jemand einen mathematischen klugen Sprössling wünscht oder einen bildenden Künstler – dann muss er ihn sich selbst entfalten lassen. Wer hätte Picasso, Michelangelo Buonrotti oder Albrecht Altdorfer vorschreiben wollen, wie er zu malen hatte? Kein Menschen kann den Naturschutz-Wert eines Waldes steigern, indem er alte Bäume heraussägt, das lässt sich nicht einmal botanisch vernünftig begründen.

Wir haben in wenigen Tagen erneut ein ganzes neues Jahr mit 365 Tagen vor uns, in dem wir erreichen können, dass die Stadtverwaltung Leipzig und ihr Forstamt die grüne Lunge der Stadt als höchstes Gut wertschätzt und sich entfalten lässt! Und wir fordern auch an dieser Stelle erneut: sofortigen Stopp der aberwitzigen Fällungen in unserem Leipziger Auwald!

 

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