Stephan König Trio mit Martin Petzold

Martin Petzold

Martin Petzold

Martin Petzold

Der Tenor Martin Petzold erhielt seine erste musikalische Ausbildung als Mitglied des berühmten Thomanerchores seiner Heimatstadt Leipzig. Er studierte an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn-Bartholdy“ Gesang.

Seit 1986 singt Martin Petzold im Solistenensemble der Oper Leipzig. Dort wurde er u.a. in Partien wie dem David in „Die Meistersinger von Nürnberg“, dem Pedrillo in „ Die Entführung aus dem Serail“, dem Chateauneuf in „Zar und Zimmermann“, dem Toni in „Elegie für junge Liebende“, dem Flaut in „Ein Sommernachtstraum“ , dem Iwan in „Die Nase“ und 2009 dem Janik in „Tagebuch eines Verschollenen“ gefeiert. Neben der Opernarbeit ist Martin Petzold musikalisch in besonders enger Zusammenarbeit mit dem Thomanerchor Leipzig und dem Gewandhausorchester verbunden.
Zahlreiche Konzertverpflichtungen führten ihn bisher zu bedeutenden internationalen Festivals in ganz Europa, in die USA, nach Israel, Japan, Korea, China und nach Mittel- und Südamerika. Besonders seine Interpretationen der Wer ke Johann Sebastian Bach’s haben weltweit Anerkennung gefunden und gelten für ihn als Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens. Der Opern,- Oratorien- und Konzertssänger kann auf ein außergewöhnlich umfangreiches Repertoire zurückgreifen, das Werke von Komponisten aller Stilrichtungen einschließt. Die besondere sängerische Ausdruckskraft stellte Martin Petzold vielfältig unter Beweis u.a. unter der Leitung von Hansjörg Albrecht, Georg Christoph Biller, Riccardo Chailly, Martin Haselböck, Ton Koopman, Kurt Masur, Yehudi Menuhin, Kent Nagano, Helmuth Rilling und Peter Schreier.
Darüber hinaus ist er ein gern gesehener Gast an vielen europäischen Opernhäusern wie zum Beispiel am Theater Basel, wo er wiederholt mit Herbert Wernicke/Regie zusammenarbeitete, an der Semperoper in Dresden, Staatsoper Hamburg, Opera Messina Sizillien, Königliche Oper Lissabon, Königliche Oper Madrid und an der Staatsoper Stuttgart. Auch als Konzert– und Liedsänger beeindruckte er in bedeutenden Musikzentren der Welt, unter anderem im Gewandhaus zu Leipzig, in der Philharmonie Berlin und Köln, der Liederhalle Stuttgart, im Gasteig München, in der Hamburger Laeiszhalle, der Tonhalle Zürich, im Wiener Musikverein, in der Teatro comunale di Bologna, in der Suntory Hall in Tokio, der Palau Musica Catalana in Barcelona, in Milano, Rom, Hongkong, Seoul, New York, Chicago, Sao Paolo, San Josè in Costa Rica u.v.m. Im September 2009 gastierte er bei dem Edinburgh International Festival.
Martin Petzold kann auf zahlreiche Rundfunk-, Fernseh- sowie CD- und DVD-Produktionen verweisen: Die Evangelistenpartie der Bach’schen Matthäus-Passion mit dem Thomanerchor in der Thomaskirche, den Monostatos in „Die Zauberflöte“ unter Arnold Östmann bei L’Oiseau de Lyre oder „Das Wunder der Heliane“ von Erich Korngold, um nur einige zu nennen.. An vielen Produktionen der DE CCA-Reihe „Entartete Musik“, u.a. unter Lothar Zagrossek und John Mauceri, war er maßgeblich beteiligt. Seit einigen Jahren tritt er verstärkt als Dozent bei internationalen Meisterkursen, die sich vor allem mit der Interpretation der Musik Johann Sebastian Bachs beschäftigen, in Erscheinung. Für seine herausragenden Leistungen wurde Martin Petzold im Jahre 2001 zum Kammersänger ernannt. CD-Einspielungen mit ihm erschienen bisher bei Philips classics, Decca, ram, bei japanischen Labels, apollon classics und Rondeau und Querstand.

www.martinpetzold.com

 

Stephan König

Stephan König

Stephan König

– Musikalische Ausbildung:
– 1974-80 Spezialschule für Musik Halle/S.
– 1980-86 Studium Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig, Hauptfächer Dirigieren, Klavier und Komposition
– Abschluß als Diplom-Dirigent, Diplom-Pianist und Diplom-Komponist
– 1986-88 Zusatzstudium Komposition an der Hochschule für Musik Leipzig

– Künstlerische Tätigkeit:
– tätig als Pianist, Komponist und Dirigent in den Bereichen Jazz, Klassik und zeitgenössische Musik
– Konzertreisen nach Mittelamerika, Asien und duch ganz Europa
– Gründung und Musikalische Leitung des „LeipJAZZig-Orkesters“, seit 1998
– Gründung und Musikalische Leitung „Kammerorchester ‚artentfaltung'“, seit 2007
– Mitwirkung bei zahlreichen CD- und Rundfunk-Produktionen
– Lehrtätigkeit an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig seit 1988 (Klavier, Improvisation, Arrangement, JazzChor)
– seit 2008 ständiger Pianist (solo) im Figaro-Radio-Café und Figaro Lese-Café – wöchentliche Radio-Sendung auf MDR-FIGARO

– Künstlerische Gastverträge:
Gewandhaus Leipzig, Oper Leipzig, Mus ikalische Komödie Leipzig, Leipziger Schauspiel, MDR-Sinfonieorchester, Rundfunkchor des Mitteldeutschen Rundfunks, Tanztheater Leipzig,Theater Halberstadt, Staatstheater Cottbus, Theater Annaberg, Hochschule für Musik und Theater Leipzig, Friedrichstadtpalast Berlin, Westsächsische Philharmonie, Theater Magdeburg, Nationaltheater Mannheim, Jenaer Philharmonie, Staatskapelle Halle u.a.

– Künstlerische Zusammenarbeit mit:
Instrumentalisten: Michael Arnold, Reiko Brockelt, Wolfram Dix, Richard Galliano, Tom Götze, Kay Kalytta, Nigel Kennedy, Günter Kiesant, Friederike von Krosigk, Thomas Stahr, Leipziger Streichquartett, Harald-Christoph Thiemann, Tobias Morgenstern, Thomas Moritz, Gundolf Nandico, Rene Schönherr, Sebastian Weber, Stephan „Grete“ Weiser u.a.
Vokalisten: Dieter Bellmann, Heinz-Martin Benecke, Gunter Böhnke, Uschi Brüning, Siggy Davis, Friedhelm Eberle, Evelyn Fischer, Kathrin Göring, Christa Gottschalk, Harald Juhnke, Ines Agnes Krautwurst, Ramona Libnow, Ute Loeck, Lyambiko, Ulrike Mayer, Martin Petzold, Angelika Weiz, Pascal von Wroblewsky, Anca Parghel, Wolfgang Krause Zwieback u.a.

– Werkauswahl:
Klaviertrio op.4 (1984), Ballade für Orchester op.11 (1986), DEHNSUCHT, Liederzyklus (1987-90), Konzert für Klavier und Orchester op.155 (1997), Zyklus für Jazz-Orchester op.96 (1998), FROZEN MOMENTS – Konzert für Klavier und Streichquartett op.97(2000), SAXOPHONIE – suite for 8 reeds op.98 (2000), quadruple talk – Gespräche für vier Holzbläser op.99 (2001), BOUNDLESS MUSIC – Konzert für Jazz-Trio und Orchester op.100 (2001), Konzert für Klavier und Jazz-Orchester op.153 (2005), screen play – stories for six winds (Bläsersextett) op.158 (2006), Ballade für Kammerorchester op.159 (2006), Amadeus‘ Klavier – Ein musikalisches Theater- op.160 (2006), Ballade für Jazz-Orchester op.165 (2006), Konzert für Klavier und Kammerorchester op.170 (2007), nocturnal awaking – Duo für Viola und Orgel op.17 4 (2008), 12 Préludes für Klavier – Jazzinspirierte Klangbilder op.186 (2009), Rhythmic Contacts – Quintett für 3 Posaunen, Orgel und Schlagzeug op.187 (2009), SCHILLER2009 – Kantate für Mezzosopran, Tenor, Klavier, Streichquartett und Percussion op.190 (2009), Duo für Kastagnetten und Klavier op.189 (2010), Ballade für Klavier und Kammerorchester op.191 (2010), elm & oak – Liederzyklus nach Texten von Dylan Thomas für Chor und Jazz-Orchester op.194 (2011) u.a.

www.st-koenig.de

 

Thomas Stahr

Thomas Stahr

Thomas Stahr

begann mit 14 Jahren E-Bass zu spielen. Später studierte er klassischen Kontrabass an der Musikhochschule Köln, u. a. bei Prof. Wolfgang Güttler. 1986 legte er die künstlerische Reifeprüfung „Mit Auszeichnung“ ab und 1989 sein Konzertexamen.
Von 1987 bis 1991 war er Dozent für E-Bass und Jazz-Kontrabass an der Rheinischen Musikschule in Köln.
Seit 1991 ist er Mitglied des Gewandhausorchesters und seit 1995 Lehrbeauftragter für E-Bass und Jazz-Kontrabass an der Leipziger Musikhochschule „Felix Mendelssohn Bartholdy“. Er spielte u.a. mit Nigel Kennedy, Ron Williams, Thomas Freitag und Jiggs Wigham und in folgenden Big Bands: German Philharmonic Big Band, Köln Big Band, Leipzig Big Band und LeipJAZZig-Orkester.

 

 

Wieland Götze
Ausbildung: 1991-98 Musikschule, 1998-2000 Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr in Hilden, 2000-2002 Heeresmusikkorps2 in Kassel. 2002-2006 Studium an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar. Seit 1994 in verschiedensten Rock- und Jazzbands tätig.
Unterricht bei (u.a.) Jo Thönes (The Greatest), Sperie Karas (The Legend), Werner Schmitt.
Diverse Musicalproduktionen: Mephisto (Weimar 2003), Chess (Nordhausen 2007). West Side Story (Meiningen 2009), Fame (Gera) und On the town (Nordhausen). Seit 2003 Schlagzeuger der Leipzig BigBand. Zusammenarbeit mit: Nils Landgren, Nina Hagen, Andy Haderer, Allen Vizutti, Debbie Davis, Dirk Zöllner, Puhdys, Gunther Emmerlich, Frank Zander, Bernhard Brink, Pascal v. Wroblewski, Angelika Weiz, u.a.
http://www.wielandgoetze.com

 

Rezension Leipziger Volkszeitung, 18.01.2011
„Bach in Jazz“
Reibung zweier Musikstile
Bach ist in Leipzig eine heilige Kuh. Wer es hier wagt, sich kreativ mit dem Werk des großen Thomaskantors zu befassen, sollte es gut machen. Stephan König hat es gut gemacht: Am Sonntagabend stellte er in der Michaeliskirche zugunsten des Zentrums für Drogenhilfe sein Programm „Bach in Jazz“ vor. Dass Instrumentalwerke Bachs verjazzt werden, ist indes nichts Ungewöhnliches. Gemeinsam mit Martin Petzold hat sich König aber mutiger Weise Tenorarien aus Passionen und Kantaten vorgenommen. Seine Arrangements sind einerseits sehr respektvoll – der Tenorpart ist weitestgehend unverändert und wird von Petzold auch bewusst „klassisch“ interpretiert. Andererseits hat der Pianist und Arrangeur hier etwas ganz Eigenes geschaffen: Er reflektiert die Arien, kommentiert sie musikalisch, fügt eigene Aspekte hinzu. Mal werden so Stimmungen verstärkt wie in „Zerschmettert mich, ihr Felsen und ihr Hügel“, eingeleitet von lautmalerischem Donnern und Beben. „Erfreue dich, Seele, erfreue dich, Herze“ bekommt Anklänge an einen Gospelgottesdienst – die Arrangements sind abwechslungsreich und zeugen von intensiver Beschäftigung mit der Materie. Überleitungen zwischen jeweils zwei Werken stellen die Arien und Rezitative in einen größeren dramaturgischen Zusammenhang, Zwischentexte reflektieren die zeitlosen Themen der Bachwerke wie Umgang mit Heuchelei, Zeit, Vergänglichkeit, Glücklichsein. Auch in den umrahmenden Instrumentalwerken – dem knackig interpretierten Eingangssatz aus dem Italienischen Konzert und der energetisch umgesetzten Badinerie aus der h-Moll-Suite – verkommen die Originale nie zum bloßen Themengeber für Improvisationen. Zwei verschiedene Musikwelten reiben sich aneinander, barocke Artikulation trifft auf jazzige Sounds, historische Linien verschmelzen zum Walking Bass. Während der Gesangspassagen halten sich die Mitglieder des König-Trios dezent zurück, um in Zwischenteilen und Soli druckvoll zu grooven. Stephan König spielt klar, prägnant und virtuos; am Schlagzeug bringt Wieland Götze mit viel Besen dezente und farbenreiche Akzente, und Bassist Thomas Stahr ergänzt ein stimmungsvolles Einleitungssolo zur Badinerie. Auch in dieser ungewohnten Stilkombination interpretiert Martin Petzold mit Überzeugung und Nachdruck. Die zahlreich erschienenen Zuhörer danken mit stehenden
Ovationen.
Heike Bronn

 

CD-Rezension – Der CD-Tipp für Praxis Pflegen Heft 9/2012
Von Vincent Jacob
„Bach in Jazz“ – Er ist meines Lebens Kraft – Erschienen am 12.03.2012 bei Rondeau
Es gibt ja zahlreiche Annäherungsversuche von Jazzmusikern zu den Kompositionen von Johann Sebastian Bach. Einiges ist gelungen, anderes kann eher vernachlässigt werden. Die sogenannten Crossover-Projekte. Jetzt also ein weiterer Versuch? Muss das sein? Ja! Diese CD rechtfertigt dies vom ersten Ton an. Diese Einspielung ist ein Glücksmoment. Kammersänger Martin Petzold verleugnet seine Herkunft keineswegs, verbiegt sich nicht und kennt stimmlich keine Kompromisse, bleibt seiner klassischen unnachahmlichen Linie treu. Schon der zarte, einfühlsame Einstieg mit „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ ist erwärmend. Überhaupt: Die Aufnahme strahlt Souveränität und Sinnlichkeit aus. Zugleich ein lebendig musizierendes Stephan König Trio, wissend um Akzentuierungen und die nötige Dynamik. Eine der Höhepunkte aus der Matthäuspassion: „Mein Jesus schweigt zu falschen Lügen stille“ mit der anschließenden „Geduld“ – Arie. Der Übergang zum nächsten Stück locker und thematisch den Faden aufnehmend. Weiterer Anspieltipps: Bleibt, ihr Engel, bleibt bei mir“ und „Bäche von gesalznen Zähren“. Die gesamte Aufnahme umkreist textlich und musikalisch den Umgang mit Glücklichsein und Vergänglichkeit, zugleich mit Heuchelei (immer wiederkehrend hoch aktuell) und der uns gegebenen Zeit. Erste Live-Eindrücke von der CD konnte man sich übrigens bei der Deutschlandpremiere im März in Leipzig im Rahmen der 800 Jahresfeier des Thomanerchores verschaffen, wo das Trio um Stephan König und Kammersänger Martin Petzold Ausschnitte dieser grandiosen CD vor 750 Zuhören in der restlos gefüllten Lutherkirche Leipzig präsentierte. Stehende Ovationen war der Dank! Die Musiker werden, neben vielen anderen geplanten Konzerten, zum Bachfest 2012 ein weiteres Mal in der Oper Leipzig zu erleben sein. (…)