Von den Tücken der Begrifflichkeiten und Definitionen – Gedanken zum Neuen Jahr aus dem sprachlichen Wald der Unwägbarkeiten

Flatterulme an der Sixtuswiese 2020

Flatterulme am Ufer der Luppe bei der Sixtuswiese Winter  2020. Foto: J. Hansmann

Wir Menschen sind sprachliche Wesen. Unsere ganze Menschenwelt wäre ohne Sprachen nicht denkbar. Unsere Kultur wäre ohne Sprachen nicht denkbar. Wären wir als Menschen überhaupt ohne Sprachen denkbar? Könnte man ohne Sprachen überhaupt – denken?

Wir Menschen sind nicht die einzigen Wesen mit einer oder gar mehreren Sprachen. Viele Tiere kommunizieren als soziale Wesen ebenso miteinander, man liest, sie täten dies sogar sehr komplex und mit vielen Mitteln: nicht nur über Laute, sondern auch über chemische Signale, Gesten und – besonders exotisch – über Elektrizität. Und es gibt Wissenschaftler, die nachgewiesen haben, dass auch Pflanzen miteinander kommunizieren können. Aber es ist schon recht einzigartig, was wir Menschen mit unserem Sprachvermögen erreicht haben.

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Der Kritische Agrarbericht 2020

BundesBürgerInitiative WaldSchutz Gemeinsam stark für unseren Wald

Pressemitteilung zum Erscheinen des Kritischen Agrarberichts 2020

Im Forst die Fichte, im Acker der Mais

Neues Waldsterben, Insektenschwund und Klimawandel – die Bürger begehren auf

Der Wald hat die Deutschen schon immer bewegt. Anfang der 1983er war sein Sterben sogar eines der Themen, das den Grünen in den Bundestag verhalf. Knapp 40 Jahre später ist das Vertrauen in Parteien erheblich gesunken, die Auswirkung des Klimawandels, der große Artenschwund und die Plünderung der natürlichen Ressourcen führte zu einer Vielzahl von Graswurzelbewegungen mit außergewöhnlichem Mitgliederwachstum.

Zum Schutz des Waldes vor industriell-effizienter Plünderung bildeten sich in fast allen Bundesländern lokale Bürgerinitiativen, die sich 2017 in einer Dachorganisation, der BundesBürgerInitiative WaldSchutz (BBIWS) vernetzten. Nicht nur das Vertrauen in die Politik war gesunken; nach den Forstreformen der Länder führte das Vorgehen der Forstbetriebe und Landesforsten zu erheblichem Vertrauensverlust in Förster. Überall kritisierten die Bürger dieselben Veränderungen und wurden mit dem Begriff der “ordnungsgemäßen Forstwirtschaft” abgespeist, wenn sie sich beschwerten. Gegen die Seilschaften der Forstökonomie gründeten sie deshalb Netzwerke der Waldökologie. Weiterlesen

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Fachdiskussion zur Forstwirtschaft

Die nachfolgenden Schriften wurden von verschiedenen Fachleuten im Zusammenhang mit der Stadtratsabstimmung zum Leipziger  Forstwirtschaftsplan 2019/20 verfasst und bilden die sich deutlich unterscheidenden Positionen ab, welcher Art forstliche Eingriffe in den Schutzgebieten des Leipziger Auwaldes oder naturnahen Wäldern überhaupt  zulässig/”notwendig” wären bzw. zwingend zu unterbleiben haben.

Offensichtlich wird, dass die Position, die NuKLA vertritt und seit Dezember 2018 als ultima ratio mit der GRÜNEN LIGA Sachsen via Gericht eingeklagt, keineswegs die laienhafte Ansicht eines querständigen und sich den in Leipzig herrschenden wissenschaftlichen Erkenntnissen aus purer Wutbürgermentalität widersetzenden und fachlich völlig isoliert stehenden Vereins ist. Es gibt eine Reihe fachkundigerFörster, Forstingenieuer, Waldökologen oder Biologen, die, z.T. schon seit Jahrzehnten eine Wende im Umgang mit unseren für die Biodiversität, das Klina, den Wasserhaushalt und die Menschen so kostbaren Wäldern einfordern. Ein Vorstoß in diese Richtung der naturnahen und das Ökosystem Wald respektierenden Waldnutzung Ende des vorigen Jahrhunderts wurde von der Lobby der Holzindustrie und der privaten Waldbesitzer umgehend mit der massiven Industriealisierung der Holzgewinnung beantwortet: Die Zerschneisung der Wälder mit Rückegassen alle 20 Meter und der Einsatz schweren Gerätes veränderten die Dimensionen der Eingriffe und damit deren fatale Auswirkungen auf die Waldökosysteme expotentiell.

Lesen Sie dazu auch an dieser Stelle gern noch einmal den Brief an Julia Klöckner (Offener Brief an J. Klöckner) mit der Mahnung der zahlreichen UnterzeichnerInnen, auf die gegenwärtige Situation der Plantangenwälder besonnen und mit der Natur vertrauenden, das Waldökosystem respektierenden und stärkenden Maßnahmen, statt mit massenhaft neuen Pflanzungen womöglich auch noch völlig standortfremder Baumarten zu reagieren. Die zahlreichen Unterschriften aus ganz Deutschland zeigen, dass die von der Forst- und Holzwirschaftslobby in der Öffentlichkeit lancierten Argumente keineswegs die einzigen sind, mit denen man den derzeitigen Herausforderungen – die das Ergebnis 200jähriger Forstwirtschaft mit künstlich gepflanzten Monokulturflächen sind und die durch die klimatischen Veränderungen lediglich verstärkt, jedoch keineswegs verursacht werden, denn den naturnahen Wäldern geht es nach wie vor gut! – begegnen kann. Leider schließen sich selbst, aus welchen Gründen auch immer, viele Naturschutzverbände ganz unbefangen diesen als “alternativlos” deklarierten, bei genauem Hinsehen aber ausschließlich wirtschaftlich begründeten Handlungsrichtlinien an. Ein Trauerspiel der ganz besonderen Art.

Die Texte sind chronologisch geordent: die Reihenfolge (von oben) ist die Folge ihres Entstehens. D.h., die neuesten Texte finden Sie hier ausnahmsweise immer unten.

1. Brief von Prof. Bernd Gerken und Johannes Hansmann an die Leipziger StadträtInnen vor der Abstimmung zum FWP 1919/20:

Bezugnehmend auf:

  • Die Bemerkungen zur Femelwirtschaft und Mittelwaldumwandlung im Leipziger Auwald als praktizierte Methoden zur Eichenverjüngung von Prof. Dr. Pierre Ibisch und Dipl. Forst-Ing. Karl-Friedrich Weber vom 04.12.19
  • Die schriftliche Stellungnahme des Dipl.-Biologen Stefan Michel zur Begründung des Forstwirtschaftsplans durch den umweltpolitischen Sprecher Michael Neuhaus vom 04.12.19
  • Den Artikel „Streit um Baumfällungen im Leipziger Auwald geht weiter“ am 05.12.19 in der LVZ

Sehr geehrte Stadträte und Stadträtinnen der Stadt Leipzig,
in Anbetracht der öffentlichen Diskussion bitten wir Sie darum, den Forstwirtschaftsplan 2019 abzulehnen.

Warum?

Es bestehen eindeutig fachliche Differenzen bei Wissenschaftlern und Naturschützern. Dieses sollte ordentlich in einem der fachlich schwierigen Sache angemessenen Diskurs und ohne zeitliche Anspannung geklärt werden. Auch wenn einige Wissenschaftler der festen Überzeugung sind, mit den geplanten forstwirtschaftlichen Methoden würde man das Beste für einen deutschlandweit, vielleicht weltweit einzigartigen Auenwald tun, bedeutet dies nicht, dass dem so ist. Nicht nur wir, Prof. Dr. Bernd Gerken und Johannes Hansmann, haben sehr starke, fachliche Bedenken. Auch andere Wissenschaftler und Naturschützer sehen den Forstwirtschaftsplan äußerst kritisch. Wir könnten es nicht mit unserem Gewissen vereinbaren, wenn wir Sie nun nicht nochmals bäten, diesen Plan abzulehnen.

Lesen Sie hier den gesamten Text


2. Disskussionspapier Reiner Prozessschutz gefährdet Artenvielfalt im Leipziger Auwald der Leipziger WissenschaftlerInnen um Prof. Wirth als Reaktion auf 1.


Hinweis: um die ganze Disskussion zu lesen, klicken Sie einfach auf das Bild.


3. Bemerkungen zur Femelwirtschaft und Mittelwaldumwandung im Leipziger Auwald als praktizierte Methoden zur Eichenverjüngung

Von Prof. Dr. Pierre Ibisch und Dipl. Forst-Ing. Karl-Friedrich Weber als Reaktion auf 2.

Der Leipziger Auwald steht als FFH-Gebiet „Leipziger Auensystem“ und EUVogelschutzgebiet unter europäischem Naturschutz. Nach der Grundschutzverordnung bestehen die Erhaltungsziele u.a. in der Bewahrung und Entwicklung eines günstigen Erhaltungszustands der FFH-Lebensräume Hartholzauwald und Sternmieren-EichenHainbuchenwald einschließlich der charakteristischen Artenzusammensetzung sowie in der Erhaltung der mitteleuropäisch bedeutsamen naturnahen Flussauenlandschaft von Elster, Pleiße und Luppe. …

Lesen Sie hier den gesamten Text


4. Antwort von Stefan Michael an Prof. Wirth per Mail als Reaktion auf 2.

“Sehr geehrter Herr Wirth, sehr geehrte Mitautorinnen und -autoren, Damen und Herren im Verteiler,

da Sie, Herr Wirth, das Papier „Reiner Prozessschutz gefährdet Artenvielfalt im Leipziger Auwald“ als Diskussionspapier an eine große Runde gesendet haben, möchte ich meine Gedanken zu diesem ebenfalls dieser
Runde zur Diskussion stellen.

Kurz zu meiner Person: ich bin Diplombiologe, studiert an der MLU Halle mit Schwerpunkt Pflanzenökologie/Geobotanik sowie Tierökologie, Geographie und Geologie. Damals habe ich mich auch mit der Saaleaue bei Halle befasst. Ich habe meine Diplomarbeit vor 25 Jahren in einem Eichen-Hainbuchenwaldgebiet im Spannungsfeld von Forstwirtschaft und Naturschutz angefertigt und hatte als Mitarbeiter des damaligen STUFA Leipzig in den 1990ern auch mit dem Leipziger Auenwald dienstlich zu tun. Unter anderem ging es 1997 um die Bewertung von Auenwaldflächen hinsichtlich ihrer Naturschutzwertigkeit und ich habe die Gelegenheit genutzt, mir einiges anzusehen. Nun sind viele Jahre vergangen, aber Auenwälder sind ja zum Glück Systeme, die sich langsam verändern, auch bei veränderten Umweltbedingungen. In zwei Exkursionen 2019 konnte ich mich im Gebiet der Burgaue davon überzeugen. Daher denke ich, fachkundig mich zu der Thematik äußern zu können.

Im angehängten Dokument meine Kommentare!

Mit freundlichen Grüßen,
Stefan Michel”

Lesen Sie hier die Kommentare von Stefan Michel


5. Diskussion zum Buch und Film “Das geheime Leben der Bäume” von Peter Wohlleben

https://www.swr.de/swr2/leben-und-gesellschaft/SWR2-Forum-Das-unheimliche-Leben-der-Baeume-Der-Hype-um-den-Wald,swr2-forum-2020-01-17-100.html


6. Videos “Die Waldretter” insbes. Video 5 zur naturnahen Forstwirtschaft in Lübeck: https://www.arte.tv/de/videos/090604-005-A/die-waldretter/

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Wann ist ein Fluss lebendig ?

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Auenwälder sind Klimaregulatoren

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Auenwälder und Artenvielfalt – was können w i r tun ?

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Forstwirtschaft im Au(en)wald

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Forst und Wirtschaft einst im Leipziger Auwald

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Beitrag des Aueninstituts Lebendige Flüsse

Erster Beitrag im neuen Jahr zum Projekt “Lebendige Luppe” bei Leipzig: Ist das Projekt Lebendige Luppe ein Etikettenschwindel!

Zu sehen: Herr Prof. Dr. Bernd Gerken

Weitere Informationen zur “Lebendigen Luppe”.

https://www.nukla.de/2018/06/nukla-fordert-ueberpruefung-des-projekts-lebendige-luppe-von-hoechster-stelle/

https://www.nukla.de/die-idee/aula-projekt-2030/

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Dass an sich intelligente Menschen dumme Entscheidungen treffen, ist ein Phänomen,

Foto: Privat

Liebe Leipziger Bürger und Aktive der BundesBürgerinitiative Waldschutz, es war nicht zu erwarten, dass sich Eure großartige Arbeit in politischen Entscheidungen niederschlagen wird. Ihr macht nur eine Erfahrung, wie sie ungezählte Menschen in Deutschland und der Welt machen – siehe Madrid dieser Tage.

Dass an sich intelligente Menschen dumme Entscheidungen treffen, ist ein Phänomen, das sich seit jeher durch die Geschichte menschlicher Gemeinschaften zieht. Weiterlesen

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