Alle wollen was für den Auwald tun – aber erst einmal baut man eine neue Spundwand

Beginnende Bauarbeiten an der Spundwand im Ratsholz November 2021. Foto: J. Hansmann

Ein Beitrag aus dem Aueninstitut für Lebendige Flüsse

Wir haben bereits in einem Beitrag im Juli 2021 über das Ratsholz und die dort geplante Spundwand informiert.1 Inzwischen hat man nun mit den Bauarbeiten begonnen.2

Selbstverständlich kritisieren wir diese Bauarbeiten und diese Spundwand!

Leider ist es sehr schwer bis unmöglich, auf den Bau solcher Hochwasserschutzmaßnahmen Einfluss zu nehmen, und solche Bauvorhaben werden auch mit jahrelanger Vorlaufzeit geplant. Manche Altplanungen werden in unseren Verwaltungsapparaten selbst dann noch durchgeführt, wenn sie dem neuen Stand von Wissenschaft und Technik – ggfs. sogar seit Jahrzehnten schon – nicht mehr entsprechen. Dennoch ist es erstaunlich, wie schizophren der Freistaat in Sachen Auenrevitalisierung ist: einerseits ist man sich der ökologischen Bedeutung des Auensystems bewusst und arbeitet an einem Gesamtkonzept3 – andererseits wird nun durch die Landestalsperrenverwaltung eine fast 700 Meter lange Spundwand verbaut (nachträgl. Anmerkung: nach Informationen eines anonymen Hinweisgebers kann die geplante Spundwand auch kürzer sein, allerdings erstreckt sich die Baustelle 700 Meter entlang des Deichs, und wir kritisieren auch eine kürzere Spundwand). Weiterlesen

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Neue Forderungen nach einer ökologischen Waldwende

Kahlschlag in der Noitzscher Heide

Kahlschlag in der Noitzscher Heide Mai 2020. Foto: J. Hansmann

Hiermit geben wir den Lesern und Leserinnen unserer Website folgende Forderungen des Umweltverbandes „Naturschutzinitiative e.V. (NI)“ und zahlreicher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach einer Ökologischen Waldwende zur Kenntnis.

Autoren dieser Forderungen und Handlungsempfehlungen sind: Prof. Dr. Eberhard Fischer, AG Botanik und Biodiversitätsforschung, Universität Koblenz-Landau; Dr. Martin Flade, Buchenwaldexperte und Wissenschaftlicher Beirat der Naturschutzinitiative e.V. (NI); Dr. Dorothee Killmann, AG Botanik und Biodiversitätsforschung, Universität Koblenz-Landau; Harry Neumann, Bundesvorsitzender der NI; Norbert Panek, Buchenwaldexperte und Wissenschaftlicher Beirat der NI; Dr. habil. Susanne Winter, Buchenwaldexpertin, Programmleiterin Wald WWF.

Die Forderungen und Handlungsempfehlungen können sie unter folgendem Link lesen:

https://naturschutz-initiative.de/pressemitteilungen/1098-16-11-2021-pm-oekologische-waldwende-jetzt

Mögen diese Forderungen und Handlungsempfehlungen an entsprechenden Stellen und in den entscheidenden Schaltzentralen gehört werden!

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Kann man Wälder einfach machen?

Baumpflanzaktion

Baumpflanzaktion vom DHL Hub Leipzig Team und dem Staatsbetrieb Sachsenforst. Aufnahme vom Februar 2019. Foto: J. Hansmann

Von der menschlichen Hybris, man könne den Klimawandel einfach wegpflanzen oder Wälder einfach anlegen

Ein Beitrag aus dem Aueninstitut für Lebendige Flüsse

Nachdem die fast dreijährige Dürre halbwegs überstanden ist, beginnt nun im Herbst wieder die Zeit der Baumpflanzaktionen aller Orten – so zuverlässig wie der Lebkuchenverkauf im Einzelhandel. Wie schon in den vergangenen Jahren ist das Pflanzen von Bäumen oder gar ganzer „Wälder“ in Zeiten des Klimawandels noch immer angesagt. Gibt man das Stichwort „Baumpflanzaktion“ in eine Internetsuchmaschine ein, begrüßen einen zunächst Werbeanzeigen größerer wie kleinerer Unternehmen, welche sich ihre Brötchen mit dem Pflanzen von Bäumen für CO2-Ablassbriefen in Deutschland, aber auch sonst wo auf der Welt verdienen. Doch auch zahlreiche große Konzerne nutzen Baumpflanzaktionen zu Marketingzwecken, so findet man an nächster Stelle als Suchtreffer den Link zu einer großen Mineralwassermarke, welche Bäume pflanzt, danach kommt eine Bank, ein Versandhaus, man findet auch zwei Umweltorganisationen, einen Zusammenschluss von Krankenversicherungen usw. usf. Baumpflanzaktionen sind also nicht mehr nur eine Aktion von Umweltvereinen, sondern offensichtlich eine beliebte Marketingmaßnahme, ja, und sogar ein ganzer Geschäftszweig geworden. Weiterlesen

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50. Konzert zum 10jährigen Jubiläum von NuKLA e.V. im Kupfersaal zu Leipzig

Konzertplakat für den 24.11.21

Sehr geehrte Leser und Leserinnen unserer Seite, am Mittwoch, dem 24. November 2021, ist im Kupfersaal zu Leipzig ein Benefiz-Konzert mit der Band “Four Roses” unter dem Motto “Rock für den Auwald” vorgesehen.                                                                                    Entsprechend den aktuell geltenden sächsischen Corona-Auflagen sind wir nunmehr genötigt, dieses Konzert entweder abzusagen, es zu verschieben oder mit “2 G” anzubieten. Wir haben dazu im Vorstand keine Einigkeit finden können. Der Konflikt zwischen aufgezwungenermaßen  ausgübter Ausgrenzung von Menschen aufgrund einer privaten und persönlich zu treffenden Entscheidung auf der einen und einem, ebenfalls aufgezwungenen, quasi Arbeitsverbot für die Musiker auf der anderen Seite, ließ sich nicht lösen. Im Bewusstsein dieses verordneten Dilemmas und aufgrund der Besonderheit, dass es das 50. Konzert und  das Konzert anlässlich des 10-jährigen Bestehens von NuKLA sein sollte, werden wir die Veranstaltung dennoch stattfinden lassen.

Tickets finden Sie hier: https://eveeno.com/154284297

Weiterhin gibt es Tickets an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Mit den Erlösen aus dem Konzert werden wir in der Stadt Leipzig insgesamt 10 Eichen (Kosten: 2.500 €) pflanzen: für jedes erfolgreiche NuKLA-Jahre eine Eichen. Dies wird einer unserer Beiträge für mehr Stadtgrün sein.

Gern können Sie uns auch unabhängig von diesem Konzert mit einer Spende unterstützen. So wollen wir nach wie vor Flächen in und um den Leipziger Auwald erwerben, denn Naturschutz ist schlicht am effizientesten umsetzbar auf eigenen Flächen.                           Die Bankverbindung zu unserem Vereinskonto lautet: DE82 8309 4495 0003 1646 08.

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Umweltverband Naturschutzinitiative e.V. (NI) und der Leipziger Verein NuKLA e. V.

PRESSEMITTEILUNG  20.10.21

Umweltverband Naturschutzinitiative e.V. (NI) und der Leipziger Verein „Naturschutz und Kunst Lebendige Auen“ (NuKLA e.V.) ehemals Naturschutz und Kunst Leipziger Auwald e. V. werden gegenseitig Mitglied und kooperieren zukünftig miteinander

Nach dem 4. Internationalen Auenökologiesymposium von NukLA e.V. und dem „Aueninstitut Lebendige Flüsse“ in Leipzig, an dem auch die Naturschutzinitiative e.V. (NI) mit einem Wildkatzenvortrag von Wildkatzenexpertin Gabriele Neumann teilgenommen hat, werden beide Naturschutzverbände gegenseitig Mitglied und kooperieren zukünftig miteinander.

Dies war deshalb naheliegend, weil beide Verbände die gleichen Naturschutzziele verfolgen und besonders den Schutz der Biodiversität und den Schutz Weiterlesen

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Resolution zum 4. Internationalen Leipziger Auenökologiesymposium

Verlesung der Resolution durch Prof. Dr. Bernd Gerken. Screenshot aus dem Livestream

Beim 4. Internationalen Leipziger Auenökologiesymposiums zum Thema “Auen, Wald, Klima – Wie geht es weiter?” wurde eine Resolution verabschiedet, in welcher die Forderung erhoben wird, Auwälder aus der forstlichen Nutzung zu nehmen. Auen sind besonders gefährdete Lebensräume in Europa. Nur noch 9% der Flussauen in Deutschland sind ökologisch funktionsfähig (https://www.bfn.de/themen/gewaesser-und-auenschutz/bundesweiter-auenschutz/auenzustand.html). Weiterlesen

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Laudatio: 10 Jahre NuKLA

Roger Schaumberg

Roger Schaumberg bei der Festveranstaltung “10 Jahre NuKLA e.V.” in der Alten Börse Leipzig. Foto: J. Hansmann

Am Freitag, dem 08.10.21, fand in einem feierlichen Rahmen in der Alten Börse zu Leipzig ab 18 Uhr bis weit nach Mitternacht eine Festveranstaltung zu “10 Jahre NuKLA e.V.” für geladene Gäste statt.

Hier die Laudatio auf NuKLA e.V. von Roger Schaumberg (Mehr Demokratie e.V.) für die Besucher und Besucherinnen unserer Website:

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Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Gäste, lieber Wolfgang Stoiber, liebe NuKLA-Vorstände, liebe NuKLA-Mitglieder, mein Name ist Roger Schaumberg und ich fühle mich außerordentlich geehrt, anlässlich dieses Festaktes zum zehnjährigen Bestehen von Natur und Kunst Leipziger Auenwald e.V. Ihr Laudator sein zu dürfen.

Nun habe ich, wie sicher die Meisten von Ihnen auch, mir schon einmal die euphorischen Ergüsse der Oscar-Nacht zu Gemüte geführt, und – nach Rückversicherung im Deutschen Fremdwörterbuch: Laudatio, die / Mehrzahl: Laudationes, Laudationen – Würdigung eines Preisträgers oder Jubilars, Lobrede – und reiflicher Selbstprüfung im Bezug auf die mir nur allzu bewusste Tatsache, dass Lobhudelei sowohl als Empfänger, als auch als Lobhudel-Geber so gar nicht mein Ding ist, es aus der Tatsache heraus, dass dieses meine persönliche Weltprämiere im Lobhudeln ist, es nur als recht und billig empfunden, die Behudelten und den Behudelten so reichlich zu bedenken, dass Ihnen Hören und Sehen vergehen möge. Weiterlesen

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Der Auwald braucht Freunde.

LVZ Leserbriefe: Sehr geehrter Hr. Böhmer, mit der Überschrift in der LVZ in der vergangenen Woche, muss ich Ihnen Recht geben. Der Auwald braucht Freunde. Und zwar 2, die Stadt Leipzig  und Ihre Zeitung. Ihnen bzw. Ihrer Zeitung ist sicher klar, dass der Auwald die Lunge der Stadt Leipzig ist. Corona hat gezeigt, welche Auswirkungen ein Virus auf die Lunge hat. Und was macht die Stadt Leipzig mit Ihrer Lunge? Sie schneidet an ihr herum – Sie fällt Bäume, obwohl wir jeden einzelnen Baum brauchen. Und darüber hinaus ist die Lunge der Stadt nicht im allerbesten Zustand, weil die Trockenheit der letzten beiden Jahre auch am Auwald seine Spuren hinterlassen hat. Jetzt ist es an Ihnen Weiterlesen

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Grußwort von Peter Wohlleben zum 4. Internationalen Leipziger Auenökologiesymposium

Auenökologiesymposium 2021

Prof. Dr. Pierre Ibisch beim 4. Auenökologiesymposium 2021 in Leipzig in der Alten Börse. Foto: J. Hansmann

Vom 06.10. – 09.10.2021 fand das 4. Internationale Leipziger Auenökologiesymposium in Leipzig unter Beteiligung zahlreicher renommierter Fachleute und mit vielen Teilnehmern in der Alten Börse statt. Auch dieses Jahr gab es wieder einen belebenden Austausch und viele neue Ideen, und das bei bestem Wetter und guter Laune. Wir freuen uns schon auf das nächste Symposium 2022 und schmieden bereits Pläne dafür! Peter Wohlleben, bekannter Förster, Autor und langjähriger Unterstützer von NuKLA e.V., schickte uns ein Grußwort, welches wir den Lesern und Leserinnen unserer Internetseite nicht vorenthalten wollen: Weiterlesen

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Grußwort des Staatsministers Günther: Pressemitteilung und Anmerkung dazu

Wolfram Günther

Wolfram Günther (Staatsminister für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft) beim 4. Internationalem Leipziger Auenökologiesymposium. Foto: W. Stoiber

Herr Staatsminister Günther hat am Donnerstag, dem 07.10.21, ein Grußwort zur Eröffnung des 4.Internationalen Leipziger Auenökologiesymposiums in der Alten Börse zu Leipzig “vorgetragen”. Prinzipiell ergeht dafür Dank an Wolfram Günther. Nachfolgender Text aus der Pressemitteilung auf Facebook:

“Eine richtige Auwald-Woche für mich: Am Montag war ich Gastgeber des Auwaldforums in der Leipziger Konsumzentrale, heute früh war ich zu Gast beim 4. Internationalen Auenökologiesymposium des NuKLA. Das Thema ist immer: Wie schaffen wir es, das Leipziger Auensystem und die Flusslandschaft Weiße Elster zu retten und zu revitalisieren? Trockenheit, Schäden an den Hauptbaumarten, der Rückgang der Artenvielfalt, all das muss uns Sorgen machen.

Im Auwald sind die Folgen des Klimawandels und der massiven wasserbaulichen Eingriffe der letzten Jahrzehnte auf eindrückliche Weise erlebbar. Trotzdem: Der Auwald ist immer noch ein Hotspot biologischer Vielfalt und ein einzigartiges Ökosystem mit hoher Bedeutung auch für die Naherholung. Die Rettung und Revitalisierung des Auwalds ist folglich eine gemeinsame Aufgabe ganz vieler Akteur*innen. Der Anfang ist gemacht: Die Akteur*innen sind wieder neu und intensiver im Gespräch als vorher. Als Freistaat stärken wir das mit zwei Koordinatorenstellen.

Was wir noch tun: Stadt und Freistaat erhalten alte Bäume und lassen mehr Totholz im Wald. Wir sorgen für mehr auwaldtypische Überflutungen in Teilen des Waldes und haben insgesamt 200 Hektar komplett aus der forstlichen Nutzung genommen. Außerdem schreiben wir gemeinsam die Maßnahmenpläne für die Natura 2000-Gebiete im Leipziger Auwald fort. Und wir arbeiten gerade an einem Gesamtkonzept für die Flussauenlandschaft der Weißen Elster und beziehen dort Behörden und ganz verschiedene regionale Akteur*innen ein. Die Revitalisierung des Auwalds ist eine langfristige Aufgabe. Begonnen haben wir.” Weiterlesen

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